Longevity-Grundlagen

Spermidin: was es ist und was die Forschung zeigt

Das Wichtigste in Kürze

  • Spermidin ist ein Polyamin, das in jeder Körperzelle vorkommt und über Weizenkeime, Sojabohnen und gereiften Käse aufgenommen wird.
  • Die Mischkost liefert je nach Land 5 bis 15 mg pro Tag, eine offizielle Zufuhrempfehlung gibt es nicht.
  • Kontrollierte Studien am Menschen sind klein und kurz. Die längste über zwölf Monate fand keinen Unterschied zu Placebo.
  • Zugelassen ist in der EU der Extrakt aus Weizenkeimen, nicht isoliertes Spermidin. Gesundheitsbezogene Angaben gibt es für Spermidin keine.
Titelbild des Beitrags: Was Spermidin ist, was Studien zeigen. Stufen von Zellmodell über Tiermodell und Beobachtung bis Humanstudien.
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist Spermidin?
  2. In welchen Lebensmitteln steckt Spermidin?
  3. Was wurde beim Menschen untersucht?
  4. Was zeigen Zell- und Tierversuche?
  5. Was sagen Beobachtungsstudien zur Ernährung?
  6. Was ist bisher nicht belegt?
  7. Wie ist Spermidin in der EU geregelt?
  8. Das Wichtigste in Kürze

Kurz gesagt: Spermidin ist ein Polyamin, das in jeder menschlichen Zelle vorkommt und über die Nahrung zusätzlich aufgenommen wird. Weizenkeime und Sojabohnen sind die reichsten Quellen. Am Menschen ist Spermidin bisher in wenigen kleinen Studien untersucht worden. Die größte davon, über zwölf Monate mit 100 Teilnehmern, fand beim Hauptergebnis keinen Unterschied zu Placebo.

Hinweis zum Status: Spermidin-reicher Weizenkeimextrakt ist in der EU als neuartiges Lebensmittel zugelassen. Für Spermidin sind keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Dieser Beitrag berichtet über veröffentlichte Studien und ist keine Verzehr- und keine Gesundheitsempfehlung.

Strukturdarstellung von Spermidin: Polyamin mit drei Stickstoffgruppen, Summenformel C7H19N3, Molmasse 145,25 Gramm pro Mol, kommt in praktisch jeder Körperzelle vor.

Was ist Spermidin?

Spermidin ist ein Polyamin, also ein kleines Molekül mit mehreren Aminogruppen. Es trägt die Summenformel C7H19N3 und hat eine Molmasse von 145,25 Gramm pro Mol. Der Körper bildet es selbst, praktisch jede Zelle enthält es, und über pflanzliche Lebensmittel kommt weiteres Spermidin dazu.

Bekannt wurde die Substanz in der Altersforschung durch eine Arbeit aus dem Jahr 2009. Ein Team um Tobias Eisenberg und Frank Madeo berichtete darin, dass die Gabe von Spermidin die Lebensspanne von Hefe, Fliegen und Fadenwürmern sowie die Überlebenszeit menschlicher Immunzellen in der Kulturschale verlängerte, und dass dieser Effekt an die Autophagie gekoppelt war (Eisenberg et al., Nature Cell Biology, 2009). In derselben Arbeit steht auch der Satz, der seither in jedem Produkttext auftaucht: Die Konzentration von Spermidin in der Zelle nimmt im Lauf des menschlichen Lebens ab.

Autophagie ist der Vorgang, mit dem eine Zelle eigene Bestandteile abbaut und wiederverwertet. Sie ist ein normaler Bestandteil des Zellstoffwechsels und lässt sich im Labor messen, etwa an bestimmten Markerproteinen. Spermidin gilt in der Forschung als Auslöser dieses Vorgangs. Ob und in welchem Ausmaß eine Einnahme die Autophagie im Menschen verändert, ist damit noch nicht beantwortet, denn gemessen wurde das bisher überwiegend in Zellen und Tiermodellen.

In welchen Lebensmitteln steckt Spermidin?

Am meisten Spermidin findet sich in Getreidekeimen und Hülsenfrüchten. Eine Übersichtsarbeit der Universität Barcelona hat die veröffentlichten Messwerte zusammengetragen und gibt sie in Nanomol pro Gramm an. Die zweite Spalte rechnet diese Werte mit der Molmasse von 145,25 Gramm pro Mol in Milligramm je 100 Gramm um.

Lebensmittel Spermidin (nmol/g) umgerechnet (mg/100 g)
Weizenkeime 2.437 rund 35
Sojabohnen 1.425 rund 21
Getreideprodukte gesamt (Reis bis Weizenkeim) 2,8 bis 2.437 0,04 bis 35
Gereifter Käse bis 262 bis 3,8
Milch und Joghurt 0,41 bis 5 0,006 bis 0,07
Frisches Fleisch 1 bis 92 0,01 bis 1,3

Quelle der Messwerte: Muñoz-Esparza et al., Frontiers in Nutrition, 2019. Nennenswerte Mengen enthalten laut derselben Übersicht außerdem Pilze, Erbsen, Haselnüsse, Pistazien, Spinat, Brokkoli, Blumenkohl und grüne Bohnen. Am wenigsten steckt in Obst.

Interessanter als einzelne Lebensmittel ist die Tagesmenge. Dieselbe Übersicht listet Schätzungen aus mehreren Ländern: Für Erwachsene in der EU werden im Mittel 87 Mikromol Spermidin pro Tag angegeben, für Japan 74, für die USA 54,7 und für die Türkei 33,1. Umgerechnet sind das etwa 5 bis 15 Milligramm pro Tag, je nach Land und Erhebungsmethode, mit rund 13 Milligramm im EU-Mittel. Eine offizielle Zufuhrempfehlung für Spermidin gibt es nicht.

Gemessener Spermidingehalt je 100 Gramm Lebensmittel: Weizenkeime 35 und Sojabohnen 21 Milligramm, Gemüse, Pilze, Nüsse und gereifter Käse 0,1 bis 5,8 Milligramm, Fleisch, Milch, Joghurt und Obst bis 1,4 Milligramm.

Was wurde beim Menschen untersucht?

Wenig, und in kleinen Gruppen. Die veröffentlichten kontrollierten Studien am Menschen lassen sich an einer Hand abzählen. Die Tabelle listet sie nach Erscheinungsjahr.

Jahr Studie Teilnehmer Dosis pro Tag Dauer Schwerpunkt
2018 Schwarz et al., Aging 30, 60 bis 80 Jahre 1,2 mg aus Weizenkeimextrakt 3 Monate Sicherheit, Verträglichkeit
2018 Wirth et al., Cortex 30, 60 bis 80 Jahre Weizenkeimextrakt 3 Monate Gedächtnisleistung, Pilotversuch
2022 Schwarz et al., JAMA Network Open 100, 60 bis 90 Jahre 0,9 mg aus Weizenkeimextrakt 12 Monate Gedächtnisleistung, Biomarker
2024 Keohane et al., Nutrition Research 37 Männer, 50 bis 70 Jahre 40 mg hochreines Spermidin 7 und 28 Tage Sicherheit, Polyaminspiegel
2026 Alsaleh et al., Aging Cell 40, über 65 Jahre 6 mg 13 Wochen Verträglichkeit, Immunparameter

Die beiden Veröffentlichungen von 2018 beschreiben je ein dreimonatiges Vorhaben mit 30 Personen derselben Altersgruppe, einmal mit Blick auf Sicherheit und Verträglichkeit, einmal mit Blick auf die Gedächtnisleistung. Der Gedächtnisbefund war ein Pilotergebnis: Der berichtete Unterschied zur Placebogruppe war moderat, und das dazugehörige Konfidenzintervall schloss die Null ein. Die Autoren kündigten im selben Text die größere Folgestudie an.

Diese Folgestudie ist die aussagekräftigste Untersuchung, die es bisher gibt. Unter dem Namen SmartAge lief sie zwölf Monate an der Charité in Berlin, mit 100 Teilnehmern zwischen 60 und 90 Jahren, doppelt verblindet und placebokontrolliert. Beim Hauptergebnis, einem Gedächtnistest, gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen (Differenz -0,03, 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,11 bis 0,05). Auch die weiteren geplanten Messgrößen veränderten sich nicht. Die Autoren berichten explorative Hinweise bei Entzündungswerten und beim verbalen Gedächtnis und schreiben dazu, diese müssten in künftigen Studien mit höherer Dosierung erst bestätigt werden.

Zwei jüngere Arbeiten haben höhere Mengen geprüft. 2024 erhielten 37 gesunde Männer 40 Milligramm hochreines Spermidin täglich über bis zu 28 Tage. Sicherheitsrelevante Auffälligkeiten traten nicht auf. Bemerkenswert ist der zweite Befund derselben Arbeit: Die Polyaminkonzentrationen in Blut und Urin änderten sich dabei nicht wesentlich. Die Autoren deuten das als funktionierende körpereigene Regulation. 2026 folgte eine Pilotstudie mit 40 Personen über 65 Jahren, die 13 Wochen lang 6 Milligramm täglich einnahmen; auch dort wurde die Einnahme gut vertragen.

Ein Punkt fällt beim Vergleich der Tabellen auf. Die Gedächtnisstudien arbeiteten mit 0,9 und 1,2 Milligramm pro Tag. Das ist deutlich weniger, als über eine normale Mischkost ohnehin aufgenommen wird.

Tagesdosen der kontrollierten Studien am Menschen im Vergleich zur Zufuhr über die Ernährung von 5 bis 15 Milligramm: SmartAge 2022 mit 0,9 Milligramm, Pilotstudie 2018 mit 1,2, Pilotstudie 2026 mit 6 und Sicherheitsstudie 2024 mit 40 Milligramm.

Was zeigen Zell- und Tierversuche?

Deutlich mehr als die Humanstudien, und genau darin liegt die Verwechslungsgefahr. Der größte Teil dessen, was über Spermidin geschrieben wird, stammt aus Modellorganismen.

Nach der Arbeit von 2009 an Hefe, Fliegen und Würmern folgte 2016 eine vielzitierte Untersuchung an Mäusen und Ratten. Berichtet wurden eine längere Lebensspanne der Mäuse, eine geringere Herzvergrößerung und eine besser erhaltene Funktion des alternden Herzmuskels; bei Tieren ohne das Autophagie-Protein Atg5 blieben diese Effekte aus (Eisenberg et al., Nature Medicine, 2016). Dieselbe Veröffentlichung enthält bereits einen Auswertungsteil zu Menschen, allerdings auf Basis von Ernährungsfragebögen, nicht aus einer Einnahmestudie.

Für die Einordnung gilt dieselbe Grenze wie bei jedem anderen Longevity-Molekül: Zellversuche zeigen Mechanismen, Tierversuche zeigen Effekte im jeweiligen Tier. Beides ist kein Nachweis einer Wirkung beim Menschen.

Was sagen Beobachtungsstudien zur Ernährung?

Sie zeigen einen Zusammenhang, keine Ursache. Die meistzitierte Auswertung stammt aus der italienischen Bruneck-Studie: 829 Personen zwischen 45 und 84 Jahren, deren Ernährung ab 1995 wiederholt erhoben und deren Verlauf bis 2015 verfolgt wurde. Wer über die Ernährung mehr Spermidin aufnahm, hatte in dieser Auswertung eine niedrigere Sterblichkeit; pro Standardabweichung höherer Zufuhr lag das Hazard Ratio bei 0,76 nach Berücksichtigung von Lebensstilfaktoren (Kiechl et al., American Journal of Clinical Nutrition, 2018). Der Unterschied zwischen dem oberen und dem unteren Drittel entsprach rechnerisch dem Unterschied zu einer um 5,7 Jahre jüngeren Person.

Diese Zahl wird oft ohne ihren Vorbehalt zitiert. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie mit Ernährungsfragebögen. Sie kann nicht trennen, ob das Spermidin selbst zählt oder das, was eine spermidinreiche Ernährung sonst noch mitbringt, also viel Vollkorn, Hülsenfrüchte und Gemüse. Die Autoren selbst sprechen von epidemiologischer Unterstützung eines Konzepts, nicht von einem Beleg.

Was ist bisher nicht belegt?

Alles, was über Verträglichkeit hinausgeht. Drei Punkte gehören zu einer ehrlichen Einordnung.

Erstens gibt es keine kontrollierte Studie am Menschen, die einen gesundheitlichen Nutzen einer Spermidin-Einnahme gezeigt hätte. Die einzige längere und ausreichend große Untersuchung erreichte ihr Hauptergebnis nicht.

Zweitens ist die Dosisfrage offen. Die niedrig dosierten Studien blieben unter der üblichen Zufuhr aus der Nahrung, und bei 40 Milligramm täglich änderten sich die gemessenen Polyaminwerte im Blut kaum. Welche Menge im Körper überhaupt etwas verschiebt, ist damit unbeantwortet.

Drittens fehlen Langzeitdaten. Die längste veröffentlichte Einnahmedauer beim Menschen liegt bei zwölf Monaten. Was eine Einnahme über viele Jahre bewirkt, ist nicht untersucht.

Wie ist Spermidin in der EU geregelt?

Als neuartiges Lebensmittel, und zwar nicht als Reinstoff, sondern als Extrakt. Zugelassen ist Spermidin-reicher Weizenkeimextrakt aus Triticum aestivum, geführt in der Unionsliste der zugelassenen neuartigen Lebensmittel. Isoliertes Spermidin hat diesen Status nicht. Auf dem Etikett muss deshalb die zugelassene Bezeichnung des Extrakts stehen, nicht nur das Wort Spermidin.

Gesundheitsbezogene Angaben sind eine zweite, davon getrennte Frage. Für Spermidin ist in der EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Wer ein Produkt mit einer Wirkung auf Gedächtnis, Zellerneuerung oder Alterung bewirbt, bewegt sich außerhalb dessen, was die Health-Claims-Verordnung erlaubt, unabhängig davon, wie die Studienlage aussieht.

Wichtig für die Auswahl: Weizenkeimextrakt stammt aus Weizen und enthält damit Gluten. Wer Weizen oder Gluten meidet, sollte ihn nicht einnehmen. Für Schwangere und Stillende ist er nicht vorgesehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prüfe auf dem Etikett, ob die zugelassene Bezeichnung Spermidin-reicher Weizenkeimextrakt steht. Steht dort nur Spermidin, fehlt die Angabe, auf die es rechtlich ankommt.
  • Vergleiche die deklarierte Spermidinmenge und den Standardisierungsgrad des Extrakts, nicht die Kapselzahl.
  • Ordne Werbeaussagen ein: Aussagen zu Gedächtnis, Zellerneuerung oder Alterung sind für Spermidin nicht zugelassen und in kontrollierten Studien am Menschen nicht belegt.
  • Beachte, dass der Extrakt Weizen und damit Gluten enthält und für Schwangere und Stillende nicht vorgesehen ist.
  • Wer über die Ernährung nachlegen will, findet die höchsten Gehalte in Weizenkeimen, Sojabohnen und gereiftem Käse.

Quellen und Studien
Primärquellen, zuletzt geprüft am 10. August 2026.

  • Eisenberg T, Knauer H, Schauer A, et al. Induction of autophagy by spermidine promotes longevity. Nature Cell Biology. 2009;11(11):1305-1314. doi:10.1038/ncb1975
  • Eisenberg T, Abdellatif M, Schroeder S, et al. Cardioprotection and lifespan extension by the natural polyamine spermidine. Nature Medicine. 2016;22(12):1428-1438. doi:10.1038/nm.4222
  • Schwarz C, Stekovic S, Wirth M, et al. Safety and tolerability of spermidine supplementation in mice and older adults with subjective cognitive decline. Aging (Albany NY). 2018;10(1):19-33. doi:10.18632/aging.101354
  • Wirth M, Benson G, Schwarz C, et al. The effect of spermidine on memory performance in older adults at risk for dementia: a randomized controlled trial. Cortex. 2018;109:181-188. doi:10.1016/j.cortex.2018.09.014
  • Kiechl S, Pechlaner R, Willeit P, et al. Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study. The American Journal of Clinical Nutrition. 2018;108(2):371-380. doi:10.1093/ajcn/nqy102
  • Muñoz-Esparza NC, Latorre-Moratalla ML, Comas-Basté O, et al. Polyamines in food. Frontiers in Nutrition. 2019;6:108. doi:10.3389/fnut.2019.00108
  • Schwarz C, Benson GS, Horn N, et al. Effects of spermidine supplementation on cognition and biomarkers in older adults with subjective cognitive decline: a randomized clinical trial. JAMA Network Open. 2022;5(5):e2213875. doi:10.1001/jamanetworkopen.2022.13875
  • Keohane P, Everett JR, Pereira R, et al. Supplementation of spermidine at 40 mg/day has minimal effects on circulating polyamines: an exploratory double-blind randomized controlled trial in older men. Nutrition Research. 2024;132:1-14. doi:10.1016/j.nutres.2024.09.012
  • Alsaleh G, Ali M, Kayvanjoo AH, et al. Spermidine mitigates immune cell senescence and boosts vaccine responses in healthy older adults: a pilot study. Aging Cell. 2026;25(6):e70545. doi:10.1111/acel.70545
  • Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission zur Festlegung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Eintrag Spermidin-reicher Weizenkeimextrakt, zuletzt geändert durch die Durchführungsverordnung (EU) 2020/443.

Dieser Artikel hat informativen Charakter und gibt den Wissensstand zum Aktualisierungsdatum wieder. Er stellt keine gesundheitsbezogene Aussage im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und keine Verzehrempfehlung dar.

Häufige Fragen zu Spermidin

Ein Polyamin mit der Summenformel C7H19N3 und einer Molmasse von 145,25 Gramm pro Mol. Der Körper bildet es selbst, praktisch jede Zelle enthält es, und über pflanzliche Lebensmittel kommt weiteres Spermidin dazu. In der Forschung gilt es als Auslöser der Autophagie, also des Vorgangs, mit dem eine Zelle eigene Bestandteile abbaut und wiederverwertet.

Weizenkeime und Sojabohnen stehen an der Spitze, mit 2.437 und 1.425 Nanomol pro Gramm in der Übersichtsarbeit von Muñoz-Esparza und Kollegen aus dem Jahr 2019. Umgerechnet sind das rund 35 und rund 21 Milligramm je 100 Gramm. Nennenswerte Mengen enthalten außerdem Pilze, Erbsen, Nüsse, Spinat, Brokkoli und gereifter Käse. Am wenigsten steckt in Obst.

Je nach Land und Erhebungsmethode etwa 5 bis 15 Milligramm pro Tag. Für Erwachsene in der EU werden im Mittel 87 Mikromol angegeben, umgerechnet rund 13 Milligramm, für die USA 54,7 Mikromol, also rund 8 Milligramm. Eine offizielle Zufuhrempfehlung für Spermidin gibt es nicht.

Die zwölfmonatige SmartAge-Studie der Charité mit 100 Teilnehmern zwischen 60 und 90 Jahren fand beim Hauptergebnis, einem Gedächtnistest, keinen Unterschied zwischen Spermidin- und Placebogruppe. Auch die weiteren geplanten Messgrößen veränderten sich nicht. Die Autoren berichten explorative Hinweise, die erst in weiteren Studien zu prüfen sind.

Zugelassen ist nicht der Reinstoff, sondern Spermidin-reicher Weizenkeimextrakt aus Triticum aestivum, geführt in der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel. Isoliertes Spermidin hat diesen Status nicht. Davon getrennt zu betrachten sind gesundheitsbezogene Angaben: Für Spermidin ist in der EU keine zugelassen.

Der Extrakt stammt aus Weizen und enthält damit Gluten. Wer Weizen oder Gluten meidet, sollte ihn nicht einnehmen. Für Schwangere und Stillende ist er nicht vorgesehen, ebenso wenig für Kinder und Jugendliche.